Abschiebung
Die Abschiebung ist eine von den Behörden erzwungene Ausreise von Menschen, z. B. wenn in Österreich ein Aufenthaltsverbot vorliegt oder der Asylantrag rechtskräftig abgelehnt worden ist. Sie wird meistens dann durchgeführt, wenn die betroffene Person nicht freiwillig zeitgerecht ausgereist ist.

Anerkannter Flüchtling, Asylberechtigter
Wird im Laufe des Asylverfahrens festgestellt, dass eine Person verfolgt wird oder ihr Verfolgung droht, dann bekommt sie Asyl und darf in Österreich bleiben. Damit wird der Asylwerbende/Asylsuchende zum offiziell anerkannten Flüchtling.

Arbeit
Während des Asylverfahrens haben Asylsuchende nur eingeschränkt Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt, entweder als selbstständig Arbeitende oder mit einer zeitlich beschränkten Beschäftigungsbewilligung für Saison- und Erntearbeiten (im Rahmen festgelegter Kontingente). Ohne Arbeitsbewilligung können Asylsuchende gemeinnützige Arbeiten, wie z.B. die Instandhaltung öffentlicher Gebäude oder die Pflege von Grünanlagen annehmen, wofür sie einen sogenannten Anerkennungsbeitrag bekommen. Eine finanzielle Absicherung ist dadurch nicht möglich. Wenn das Asylverfahren positiv abgeschlossen und eine Person in Österreich als Flüchtling anerkannt ist oder subsidiären Schutz bekommen hat, erhält sie freien Zugang zum Arbeitsmarkt.

Asyl
Asyl wird Menschen gewährt, die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer best. ethnischen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden und denen Gefahr droht. Völkerrechtliche Grundlage des Asylrechts ist die Genfer Flüchtlingskonvention.

Asylantrag
Ein Antrag auf Asyl ist das Ersuchen, auf welche Weise auch immer artikuliert, in Österreich Schutz vor Verfolgung zu bekommen. Der Asylantrag kann nur direkt in Österreich gestellt werden, und zwar in einem der Aufnahmequartiere des Bundes oder bei der Polizei.

Asylbescheid
Der Asylbescheid ist die Entscheidung der Behörde über den Asylantrag. Die Entscheidung kann positiv sein, in diesem
Fall wird Asyl gewährt. Ist die Entscheidung negativ, wurde der Asylantrag abgelehnt. Die Behörde kann außerdem subsidiären Schutz gewähren.

Asylwerber, Asylsuchender
Asylwerber sind Menschen, die in einem fremden Land um Asyl ansuchen und deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sind. Sie sind in einer Art Warteposition. Bei positivem Abschluss des Asylverfahrens sind sie Asylberechtigte bzw. anerkannte Flüchtlinge.

Asylverfahren
Im Asylverfahren wird entschieden, ob jemand, der in Österreich einen Asylantrag gestellt hat, Asyl bekommt und damit als anerkannter Flüchtling in Österreich bleiben darf. In einem ersten Schritt wird geprüft, ob Österreich überhaupt für die Durchführung des Verfahrens zuständig ist. Ist das der Fall, wird im inhaltlichen Verfahren festgestellt, ob der Antragsteller Schutz vor Verfolgung braucht.

Besonders schutzbedürftige Person
Minderjährige, unbegleitete Minderjährige, Behinderte, Menschen mit psychischer oder physischer Erkrankung, ältere Menschen, Schwangere, Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern, Opfer von Menschenhandel und Personen, die Folter, Vergewaltigung oder sonstige schwere Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben, zählen zu besonders schutzbedürftigen Personen, die spezielle Unterstützung und Schutz benötigen.

Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA)
Das BFA ist dem Innenministerium unterstellt und unter anderem für das Asylverfahren in erster Instanz zuständig ist. Das BFA prüft, welcher Staat der EU für das Asylverfahren verantwortlich ist, ob es sich um einen zulässigen Asylantrag handelt, ob Fluchtgründe im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention vorliegen oder eine andere Schutzform gewährt werden muss. Darüber hinaus entscheidet die Behörde auch über den humanitären Aufenthalt.

Charta der Grundrechte der EU
In der Charta der Grundrechte der EU ist die Gesamtheit der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen
Rechte in der Europäischen Union zusammengefasst. Die meisten in der Charta verankerten Rechte gelten für alle Menschen innerhalb der EU, unabhängig von ihrem Einwanderungsstatus. Die Charta enthält außerdem das Recht auf Asyl und verbietet z.B. die Abschiebung von Personen, für deren Leben Gefahr bestehen könnte oder die anderweitig von einem ernsthaften Schaden bedroht sein könnten (siehe auch Non-Refoulement-Prinzip).

Deutsch als Fremdsprache
Einen Überblick über die für einen Berufseinstieg förderlichen Sprachniveaus und weitere Informationen zu Prüfungen und Zertifikaten finden Sie auf der ÖSD-Webseite.

Dublin-Verordnung
Die Dublin-Verordnung legt fest, welches EU-Land (sowie Norwegen, Island und die Schweiz) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist. Damit soll sichergestellt werden, dass ein Asylverfahren nur in einem EU-Land durchgeführt wird. In der Regel ist jenes Land für das Verfahren zuständig, in dem der Asylwerber das erste Mal einen Asylantrag gestellt hat oder in dem er nachweislich „EU-Boden“ betreten hat.

Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK)
Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) ist eine Konvention des Europarates zum Schutz der Menschenrechte und der Grundfreiheiten, die sich auf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen bezieht. Über ihre Umsetzung wacht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

Flüchtling
Laut Genfer Flüchtlingskonvention sind Personen Flüchtlinge, die sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen oder sozialen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung außerhalb ihres Landes befinden und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen können oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen wollen. Bei positivem Abschluss des Asylverfahrens sind sie Asylberechtigte bzw. anerkannte Flüchtlinge.

Genfer Flüchtlingskonvention (GFK)
Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) ist das wichtigste völkerrechtliche Dokument für den Schutz von Flüchtlingen. Sie legt klar fest, wer als Flüchtling anerkannt wird und welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind. Rund 150 Staaten haben die GFK unterschrieben, darunter auch Österreich.

Grundversorgung
Die Grundversorgung umfasst grundlegende Leistungen, vor allem für hilfsbedürftige Asylwerber, im laufenden Asylverfahren.

„Illegale“
Als „Illegale“ werden Menschen bezeichnet, die sich in einem Land aufhalten, obwohl sie keine gültige Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Asylwerber erhalten für die Dauer ihres Asylverfahrens eine Aufenthaltsberechtigung und sind legal in Österreich.

Migrant
Migranten (auch manchmal Wirtschaftsmigranten oder Wirtschaftsflüchtlinge genannt) sind Personen, die ihre Heimat freiwillig verlassen, um ihre persönlichen Lebensbedingungen zu verbessern. Im Gegensatz zu Flüchtlingen werden Migranten nicht verfolgt und können wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Im Unterschied zu Flüchtlingen kann Österreich in Bezug auf Migranten weitgehend autonom entscheiden, welche und wie viele Migranten es aufnehmen will.

Refoulement
Refoulement ist ein Begriff für die Rückführung von Personen in Staaten, in welchen ihnen Folter oder andere
schwere Menschenrechtsverletzungen drohen (siehe Non-Refoulement-Prinzip).

Schengen
Alle EU-Staaten (mit Ausnahme von Großbritannien, Irland, Bulgarien, Rumänien, Kroatien und Zypern) sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz sind Teil des so genannten Schengen-Raums. In diesem gelten gemeinsame Regelungen für den Schutz der Außengrenzen. Die Kontrollen an den inneren Grenzen der Schengen-Staaten wurden aufgehoben und an die äußeren Grenzen des Schengenraums verlagert. Eine Klausel erlaubt allen Schengen-Staaten, im Falle einer Bedrohung der öffentlichen Sicherheit Kontrollen vorübergehend wieder einzuführen.

Schubhaft
Schubhaft ist die Inhaftierung von Menschen mit dem Zweck, ihre Ausreise aus Österreich sicherzustellen. Es ist eine Sicherungshaft und keine Strafhaft. Insgesamt können Betroffene bis zu 10 Monate in Schubhaft genommen werden.

Subsidiär Schutzberechtigter
Es kann auch sogenannter „subsidiärer“ Schutz gewährt werden. Diesen Schutz bekommen Menschen, die zwar nicht unmittelbar verfolgt werden, aber im Herkunftsland von Bürgerkrieg, Folter oder anderer unmenschlicher Behandlung bedroht sind. Sie dürfen so lange im Land bleiben, bis die Situation im Herkunftsland so ist, dass eine Rückkehr möglich ist.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF)
Als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) werden Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren) bezeichnet, die ohne Eltern oder andere obsorgeberechtigte Erwachsene nach Österreich flüchten mussten. Bei UMF übernimmt die Jugendwohlfahrt die Vormundschaft.

UNHCR
Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR wurde 1950 gegründet und hilft den Opfern von Flucht und Vertreibung
auf der ganzen Welt. UNHCR schützt und unterstützt nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Asylwerber/innen, Staatenlose, Rückkehrer/innen und Binnenvertriebene. Zudem leistet UNHCR humanitäre Hilfe und bemüht sich um dauerhafte Lösungen für die Betroffenen. In Österreich konzentriert sich UNHCR u.a. auf die Sicherstellung fairer Asylverfahren sowie auf den Rechtsschutz von Asylwerber/innen, subsidiär Schutzberechtigten und anerkannten Flüchtlingen.

Verfolgung
Verfolgung ist eine Handlung, die so gravierend ist, dass sie eine schwerwiegende Verletzung der grundlegenden
Menschenrechte darstellt. Wird eine Person in ihrem Herkunftsland aus religiösen, politischen, ethnischen Gründen
oder aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe (darunter fällt z.B. die sexuelle Orientierung)
verfolgt, kann sie nach der Genfer Flüchtlingskonvention als Flüchtling anerkannt werden.

Verteilungsschlüssel
Ein Verteilungsschlüssel stellt eine Möglichkeit dar, Asylsuchende anhand bestimmter Kriterien auf einzelne Bundesländer oder in der EU auf die EU-Mitgliedstaaten zu verteilen. Mögliche Kriterien können die Einwohnerzahl, die vorhandenen Kapazitäten oder auch die Wirtschaftsleistung des jeweiligen Landes sein.