Der Fall Ali Wajid - Ein Leserbrief an die SN

Es war Anfang August 2017 als Ali auf uns zukam, im Volksgarten bei unserem Speed-Dating-Event für geflüchtete Menschen. Er hatte noch keinen positiven Asylbescheid, war aber so engagiert, so lernbegierig, dass wir nicht NEIN sagen konnten.

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Wir entschlossen uns, eine Ausnahme zu machen und mit ihm ein Stück des Weges zu gehen, wohl wissend, dass sein „Problem“ sein Herkunftsland Pakistan ist und die gleichzeitige und nachvollziehbare Priorisierung von syrischen Flüchtlingen seit Ende 2015. In Andreas Berlot vom ARGE Beisl fanden wir bald einen offenen Partner und eine Lehrstelle, für die es in Österreich kaum Bewerber gab. Alles schien perfekt zu laufen – bis vor einer Woche der Abschiebungsbescheid eintraf. Ali ist verzweifelt. Wieder bricht eine Welt auseinander. Man kann sich schwer ausmalen, was eine Abschiebung für ihn bedeutet. Wieder Flucht? Gefängnis – in einem Land, in dem die Menschenrechtslage nach wie vor prekär ist? In dem paschtunische Stammesfürsten und die Taliban große Teile des Landes kontrollieren, Terroranschläge an der Tagesordnung  sind und es so gut wie keine freien Medien gibt?

Aber wen interessiert das? Hierzulande geht es vordergründig darum, Zeichen zu setzen und abzuschieben, ohne Wenn und Aber. Prozesse zu exekutieren, damit Österreich nicht mehr als ein für geflüchtete Menschen anziehendes Land erscheint, so das Regierungsprogramm im Originalton. Wir müssen also hässlich werden, damit uns niemand begehrt? Hässlich in Worten, Taten und Bildern, wie es unser machttrunkener Kanzler bereits vor Jahren als Devise ausgab. Was übersehen wird, ist, dass Konsequenz nicht der einzige Parameter unseres Handelns sein kann. Sie kann, zugegeben, in bestimmten Situationen wichtig sein, aber nicht immer, weil menschliches Handeln sich eben dadurch auszeichnet, dass man vom Berg des Prinzipiellen immer wieder hinuntersteigt in die Ebene des Konkreten, wo individuelles Handeln notwendig wird.
 
Damit ich nicht missverstanden werde. Negative Asylbescheide gehören vollzogen. Sonst sind sie das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Aber im Vollzug darf das Augenmaß niemals verloren gehen. Wir sollten mittlerweile gelernt haben, dass der Zweck niemals die Mittel heiligt. Und dass es der Geist ist, aus dem heraus die Gesetze vollzogen werden, der darüber entscheidet, ob etwas Recht ist oder nicht. Recht oder einfach nur populistisch rechts und auf Mehrheiten schielend.

Ali Wahid ist ein besonderer Fall. Eine Ausnahmeerscheinung. Und als solche muss er auch behandelt werden. Wenn Sie ins ARGE Beisl gehen und dort einen Kaffee trinken, werden sie es sehen. Mit eigenen Augen. Dass das alles keinen Sinn macht. Einen Menschen, der mit Riesenschritten dabei ist, einer von uns zu werden, rauszureißen aus seiner Lehre und seinem Leben, das er sich mühsam aus Trümmern zusammengesetzt hat, und zurückzuwerfen in eine Welt, vor der er geflohen ist, um nach einer zweiten Chance zu suchen.
 
Ihm diese zweite Chance zu geben, ist eine Menschenpflicht. Und etwas, an dem sich dieses Land und die Menschen darin aufrichten könnten, wenn sie es wollten. Damit nicht länger Angst und Missgunst und Neid unser Handeln bestimmen, sondern wieder unseres inneres Lot, das uns unmissverständlich sagt, was richtig ist und falsch. Wenn wir bereit sind, in uns zu gehen und Ausnahmen zuzulassen. Sie machen uns menschlich.
 
Wolfgang Tonninger
Obmann von fairMATCHING

Heimat 2.0 – geht das und was braucht es dazu?

Am 25. April gingen wir in der Academy Bar der Frage nach, wie viele Heimaten ein Mensch haben kann und was es weichen Umgebungsfaktoren braucht, damit der Integrationsmotor, als den wir Arbeit begreifen, anspringen kann.

Neben dem syrischen Poetry Slammer Omar Khir Alanam waren der bulgarische Musiker Svilen Angelov, fairMATCHING Förderin und Landesrätin Martina Berthold, Fuad al Refai aus Damaskus, der Entrepreneur Robert Leichs, der mit einer syrischen Frau verheiratet ist, Bettina Wiesinger, fairMATCHING Komplizin und Chefin des Hotel Auersperg und Katrin Gerschpacher vom Verein fairMATCHING am Podium. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Wolfgang Tonninger.

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„Heimat kann so viel sein, aber bitte nicht aus dem Mund eines Politikers!“, meint Omar Khir Alanam zu Beginn der Veranstaltung. Er wurde mit eindringlichem Poetry Slam in Österreich bekannt und gab als Einstieg seinen Text „Risiko“ zum Besten. Er erzählt von seinem Ankommen in Österreich und stellt fest, als er die Sprache lernte war er angekommen.

„Sprache ist der Schlüssel zu den Herzen!“, Omar Khir Alanam

Martina Berthold meint: „Wir dürfen den Begriff Heimat nicht den Rechten überlassen. Jeder Mensch hat den Begriff Heimat für sich anders definiert, es soll ein offener Begriff sein und nie ausschließend verwendet werden!“

Fuad Al Refai, der seit 2,5 Jahren in Österreich ist, fühlt sich heimisch, wenn er ein normales Leben führen kann. Für ihn sind Arbeiten, Wohnen und Freunde Haben zentral wichtig.

 

 Omar Khir Alanam liest aus seinem Buch "Danke".

Omar Khir Alanam liest aus seinem Buch "Danke".

Für Svilen Angelov ist die Musik die einzige Heimat, die er hat. Er meint, es gibt keine Heimat, denn immer wenn der Begriff Heimat von Politikern verwendet wird, kommt es zu nationalistischen Strömungen mit allen schrecklichen Auswirkungen. Svilen fühlt sich überall und nirgends zu Hause, ihm ist der Begriff Frieden viel wichtiger.

„Was sind wir, Mondmenschen oder Erdenmenschen?“, Svilen Angilov

Kati Gerschpacher sieht den wichtigsten Beitrag im Hoffnung Wecken und positiven Denken. Denn wer Hoffnung hat, denkt über weitere Schritte nach und bekommt die Kraft, diese auch zu gehen.

„Die Win-Win-Situation ist ganz wesentlich für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten. Ein Angestellter, der mit Freude seine Arbeit macht, ist auch gut für das Unternehmen!“, stellt Bettina Wiesinger vom Hotel Auersperg fest. Sie hat insgesamt Menschen aus 17 Nationen in ihrem Hotel beschäftigt.

Zuhörer Thomas Zezula meint abschließend: „Wenn alle Menschen so respektvoll miteinander umgehen würden, wie wir hier bei dieser Diskussion, hätte die Menschheit keine Probleme mehr!“

Dem können wir uns nur anschließen! Wir danken allen Gästen und allen Menschen am Podium für diese wunderbaren Stunden voller Respekt, Wertschätzung und Vertrauen. Und der Academy Bar, dass sie uns vorübergehend ein kleines Stück „Heimat“ geboten hat. Die Energie war jederzeit greifbar.

Vieles ist neu, eines bleibt gleich: großartige Erfolge für unsere Bewerber

Vor einiger Zeit haben wir verkündet, dass wir das Angebot unseres Vereins fairMATCHING, dank der Zusammenarbeit mit wichtigen Kooperationspartnern (Land Salzburg, AMS und Hil-Foundation) auf eine neue Ebene bringen konnten!
Was das für fairMATCHING genau bedeutet, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht - und eigentlich können wir es auch jetzt noch nicht so klar sagen ;)

 fairMATCHING Team 2.0: Silke Stadlmann, Katrin Gerschpacher, Astrid Stockinger und Wolfgang Tonninger (v.l.n.r)

fairMATCHING Team 2.0: Silke Stadlmann, Katrin Gerschpacher, Astrid Stockinger und Wolfgang Tonninger (v.l.n.r)

Was wir aber ganz klar sagen können ist, dass die direkte, individuelle Beratung und Unterstützung unserer Bewerber immer noch oberste Priorität hat - und das wird sich auch nicht ändern.

Daher konnten wir auch als fairmatching 2.0 mit vielen Bewerbern bereits großartige Erfolge erzielen. Und die wollen wir niemandem vorenthalten:

  • Berivan ist seit Dezember bei Salzburg Souveniers im Verkauf tätig
  • Mohammad wurde nach seinem Praktikum bei Findologic fix als Programmierer angestellt
  • Louai hat im Jänner einer Lehre als Logistik Kaufmann bei Windhager begonnen
  • Peter wurde im Event-Team von Scalaria aufgenommen
  • Khaled hat seit März eine Anstellung bei Wüstenrot als Web Entwickler
  • Rohullah ist im Reinigungsteam der Boulderbar Salzburg
  • Ibrahim arbeitet jetzt in der Sozialberatung der Caritas und hat eine Ausbildung als Jugendtrainer bei akzente begonnen
  • Roshanak gehört nun zum Team von Samsonite

    was uns ganz besonders freut: einer unserer ersten Bewerber - Mouayad - hat die letzten 1,5 Jahre im Team der Boulderbar sein Deutsch enorm verbessert, viele Freunde gewonnen und Zukunftspläne geschmiedet. Und setzt nun sein Diplom zum Gesundheits-Fachassistenten in den SALK fort!

 

WOW! fairMATCHING 2.0 you ROCK!

Stadtspaziergang in Itzling

Am 9. Februar 2018 war fairMATCHING im Coworking Space Salzburg die letzte Station des monatlichen Itzlinger Stadtspaziergangs. Ein spannendes Format, das vom ABZ-Itzling organisiert wird, um den Stadtteil Itzling für Menschen von unterschiedlicher Herkunft, Alter, Sprache und Ausbildung erlebbar zu machen und damit ganz nebenbei für bemerkenswerte Begegnungen sorgt.

  Nach einer Stärkung mit syrischen Süßigkeiten ging es los.

Nach einer Stärkung mit syrischen Süßigkeiten ging es los.

Ausgangspunkt war das Arbeiterinnen-Begegnungszentrum Itzling (ABZ) selbst, wo sich um 15 Uhr ca. 30 Menschen einfanden, um diesen Spaziergang miteinander zu unternehmen. Eine Reise, bei der diesmal die gemeinsamen Kochnachmittage (mit süßen Köstlichkeiten aus Syrien), der Gemeinschaftsgarten Itzling und unser fairMATCHING vorgestellt bzw. besucht wurden. Zu Fuß und mit viel Zeit für Dialog und Austausch.

Wie spannend die Konstellation war, zeigte sich auch bei der letzten Station, bei der zwei von fairMATCHING Begleitete Männer ihren Weg in und von Syrien und ihre ersten Schritte am österreichischen Arbeitsmarkt gemeinsam in Deutsch und Arabisch vorstellten. Gab es doch auch Besucher, die erst seit wenigen Tagen den gefrorenen Salzburger Boden unter ihren Füßen spürten.

Dabei konnte Mouayad Khaled, der in Aleppo das Studium der Anästhesie abgeschlossen und Pharmazie begonnen hat, von einem für ihn aber auch für uns großen Schritt berichten. Er, der in der boulderbar Salzburg durch seine freundliche, zuverlässige und hilfsbereite Art von allen geschätzt wird, hat die Aufnahmeprüfung zum Krankenpfleger geschafft und wird mit 1. März seine Ausbildung an den Salzburger Landeskliniken starten.

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Aber auch Khaled Hafez, der in Syrien eine Ausbildung zum Netzwerktechniker abgeschlossen hat und auch in diesem Bereich tätig war, konnte viel an Erfahrung weitergeben. Er sprach über sein erfolgreich absolviertes Praktikum bei der Salzburg AG, das nach 3 Monaten sogar verlängert wurde, die Hürden im Deutschen, die er übersprungen hat und seine berufliche Neuorientierung im Bereich Web-Programmierung. Die Tage sind auch bei ihm gezählt, bis er eine neue Anstellung findet. Da sind wir uns sicher!

Es wurde jedenfalls ein kurzweiliger Nachmittag der Begegnungen, bei dem auch Christina Pürgy vom ABZ und Katrin Gerschpacher und Astrid Stockinger von fairMATCHING zeigten, wie einfach und schnell und unkompliziert Zusammenarbeit möglich und umsetzbar ist, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet.

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fairMATCHING 2.0

Es gibt eine Zeit des Tuns und es gibt eine Zeit des Redens darüber. Das ist der Hauptgrund, warum es letztens still war in unseren Blog. Wir haben Punsch ausgeschenkt, Vorträge gehalten, an Verträgen mitgebastelt und genetzwerkt, was das Zeug hält. Wohlgemerkt, ohne dass unsere Kernarbeit - die Betreuung der Flüchtlinge - darunter gelitten hätte. Und wir haben es nun geschafft, fairMATCHING und damit auch unsere Arbeit auf eine neue Ebene zu heben.

 Punsch mit selbstgemachtem Kuchen am Weihnachtsmarkt Salzburg 2017

Punsch mit selbstgemachtem Kuchen am Weihnachtsmarkt Salzburg 2017

Wir werden gesehen

Heute können wir stolz verkünden, dass unser Engagement und unser Einsatz belohnt worden sind. Wir werden gesehen. Als wichtiger Mosaikstein, wenn es darum geht, für geflüchtete Menschen eine Arbeit und damit eine Perspektive zu finden. Und als Kooperationspartner, der in diesem Feld Verantwortung zu übernehmen bereit ist. Was im Dezember fixiert wurde, ist seit Jänner 2018 Realität: Wir sind nun eine offizielle Beratungs- und Betreuungseinrichtung (BBE) des AMS Salzburg und begleiten als solche vor allem jenen geflüchteten Menschen in Richtung Arbeitsleben, die aufgrund ihrer Berufsbiografie oder ihrem Kompetenzprofil individuelle Betreuung benötigen.

Mit dem Land Salzburg als Fördergeber und der Hil Foundation als zusätzlichem Kooperationspartner, der uns vor allem bei der Weiterentwicklung und Ausformulierung unseres Angebots für Unternehmen unterstützen wird, sind wir nun erstmals in der Lage, Minimalstrukturen rund um ein kleines, engagiertes und schlagkräftiges Team zu etablieren. Das heißt auch, dass die Leistungen, die wir im Rahmen von fairMATCHING erbringen, nun auch im doppelten Wortsinn honoriert werden. 

Was bedeutet 2.0?

fairMATCHING 2.0 heißt für uns, dass wir fokussierter arbeiten und dabei auch die für unsere Arbeit notwendigen Kompetenzen längerfristig an uns binden können. Und dass wir nicht nur den Menschen, die unsere Hilfe brauchen, sondern auch den Menschen, die mit uns arbeiten, eine Perspektive geben können. Es bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht mehr an die Decke strecken müssen, um mit Spenden und neuen Begegnungs- und Serviceformaten unsere Arbeit zu finanzieren. Das Thema Finanzierung wird uns als gemeinnützig tätiger und nicht gewinnorientierter Verein immer begleiten, nur eben jetzt erstmals mit einem Fokus, der nachhaltige Entwicklungsschritte ermöglicht. 

Man könnte auch sagen, dass nun endlich die Grundmauern stehen, die unser engagiertes Projekt zumindest für das nächste Jahr stabilisieren. Alles weitere bleibt offen. Es gibt viele Projekte in unseren Köpfen, die wir gerne weiterverfolgen würden - mit Engagement, unbürokratisch und auf Augenhöhe, wie Sie es von uns gewohnt sind.

Bleiben Sie uns gewogen. Und erzählen Sie unsere Erfolgsgeschichten, wie die von Wajid Ali Mirza, der im Dezember eine Kellner-Lehre im ArgeBeisl startete, weiter. Sie sind wie Leuchttürme in einem Klima der Ressentiments gegenüber Menschen, die vor Krieg und Verfolgung flüchten mussten.

  Wajid Ali Mirza  hinter der Schank im  ArgeBeisl    ...

Wajid Ali Mirza hinter der Schank im ArgeBeisl   ...

Klaus und Gerti: unsere "Menschen des Jahres"

Jeder positive Zuspruch, den fairMATCHING für sein Wirken bekommt, ist eine enorm wichtige Motivation, diese Arbeit weiter zu machen. Eine absolute Draufgabe war die Aktion von Klaus und Gerti, die bewiesen hat, dass man nie vergessen darf, was unsere Gesellschaft und ein MITEINANDER bewegen können. 

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In unserer Arbeit erreichen uns täglich Mails oder Nachrichten von - uns noch unbekannten - Menschen. Dabei handelt es sich meist um Arbeit suchende Flüchtlinge, die auf der Suche nach Unterstützung am Weg ins Arbeitsleben sind, oder um Unternehmen, die unseren Einsatz schätzen und Interesse an einer Zusammenarbeit haben.  

Und dann passiert es, wie vor ein paar Wochen, dass wir eine Nachricht bekommen, die man 3 mal lesen muss … weil man gar nicht glauben kann, was darin steht! 

Es war ein Mail von Klaus und Gerti. Sie haben vor einiger Zeit eine private Feier organisiert und ca. 70 Freunde und Bekannte geladen. Bei diesem feinen Abend, begleitet von syrischen Köstlichkeiten, baten sie, von Geschenken abzusehen und stattdessen um eine finanzielle Beteiligung an einem oder mehreren Projekten für MigrantInnen. „Ja, und da ist ein bisschen Geld zusammen gekommen und das möchten wir euch jetzt einfach geben,“ schreibt Klaus in seinem Mail. 

WOW! 

Die letzten 1,5 Jahre haben uns gezeigt, dass in unserer Gesellschaft auf jeden Fall die Bereitschaft da ist, fairMATCHING zu unterstützen - aber die Hürde, konkret zu werden dann doch sehr hoch sein kann. Noch viel höher, wenn es um finanzielle Unterstützung geht… 

Man kann sich also vorstellen, was für ein sensationelles Treffen es war, als wir Klaus und Gerti in der Rupertus Buchhandlung (Klaus’ Arbeitsplatz) kennen lernen durften. Und bei intensiven Gesprächen mit diesen wirklich tollen Menschen eine wahnsinnig wichtige finanzielle Unterstützung für fairMATCHING entgegennehmen konnten! 

Danke Klaus und Gerti!  
Danke Welt! 

ein faires Matching bei Palfinger

Wieder einmal dürfen wir von einem ganz besonders fairen MATCHING erzählen. 

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Gemeinsam mit unserem Bewerber Ahmad, der in Syrien viele Jahre als Rechtsanwalt tätig war, konnten wir eine Brücke zum Unternehmen Palfinger schlagen.

Seit Anfang Oktober macht Ahmad dort ein Praktikum in der Rechtsabteilung. Teilweise wird er aber auch Abteilungs-übergreifend eingesetzt. Wir sind extrem begeistert, wie gut Ahmads Potentiale erkannt und vor allem eingesetzt werden und wie sehr ihn das motiviert und fördert!

Nach knapp drei Wochen ist Ahmad auch im Team bereits bestens integriert - das ist es, was wir uns für alle Bewerber wünschen: ein faires Matching von dem beide Seiten profitieren! 

DANKE für dieses Engagement liebes Palfinger-Team!

Wir wollen nur eines: FAIRness

Ich bin ein Mensch, der sehr viel Verständnis hat. Ein Mensch, der viele Dinge so akzeptiert, wie sie sind - weil man vieles leider nicht ändern kann. Was ich aber ganz sicher nicht akzeptieren kann und will, ist Ungerechtigkeit! 

Ungerecht ist, was die Menschen erlebt haben, die zu fairMATCHING kommen. Und ungerecht ist auch, was wir als Verein oft zu hören bekommen…

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Immer wieder müssen wir uns rechtfertigen, ob unsere Arbeit denn wirklich notwendig ist, da es ja genügend Arbeitsvermittlungsmaßnahmen gibt. Oder ob dieses „kleine“ zusätzliche Feld, das wir abdecken, es wert ist, gefördert zu werden.

  • Zu uns kommen Menschen, die gezwungen sind, von 340 Euro im Monat zu leben - wo es an jedem Tag, den sie ohne Arbeit verbringen, ums Überleben geht! 
  • Zu uns kommen Mütter, die seit Jahren von ihren Kindern getrennt sind und diese nur wieder sehen können, wenn sie Arbeit gefunden haben!
  • Zu uns kommen Menschen, die sich in ihrer Heimat durch Fleiß und Arbeit sehr viel aufgebaut haben, erfolgreich waren und bei uns in Kursen sitzen müssen, wo ihnen Grundrechnungsarten und Anstand beigebracht wird. 
  • Menschen, deren Bedürfnisse und Kompetenzen nicht ernst genommen werden und die nicht mit Respekt behandelt werden.
  • Menschen, die leiden.

All diese Menschen werden bereits in den vermeintlich ausreichenden Arbeitsvermittlungs-Angeboten „betreut“. Aber sie reichen nicht aus, weil sie es strukturell nicht können. Das sehen wir jeden Tag. Wir haben in den letzten 1,5 Jahren knapp 30 Menschen mit Unternehmen zusammengebracht, wo sie das bekommen, was jeder von uns verdient hat: Respekt, Hoffnung, Sicherheit.

Und die Geschichte eines jedes einzelnen ist schon Grund genug, warum unsere Arbeit notwendig ist!

Wir wollen keine Energie verschwenden, indem wir jammern oder unnötig diskutieren. Aber es soll auch gesagt sein, dass es uns und den Menschen, die wir betreuen, oft unnötig schwer gemacht wird. Und wir sehr viel Überzeugungsarbeit für etwas leisten, das eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Danke an alle, die uns FAIR behandeln,

Katrin

SPEED-INTEGRATIONS-NACHMITTAG

Am 2. August veranstalteten wir von 16.00 bis 18.00 ein Job-Speed-Dating für Flüchtlinge und Unternehmen im Volksgarten der Stadt Salzburg. Ziel war es, Erfahrungen zu teilen aber auch Unternehmer und Bewerber zu vernetzen. Das Podium war mit Landesrätin Martina Berthold und Gottfried Lochner, Abteilungsleiter für Service und Arbeitskräfte des AMS Salzburg, auch politisch hochkarätig besetzt.

Und warum gerade im Volksgarten? Katrin Gerschpacher erklärt die Beweggründe für das Aufeinandertreffen im Park: „Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen aus der Wirtschaft. Das hat uns ermutigt, noch aktiver auf Unternehmen zuzugehen. Wir wollen Unsicherheiten auf beiden Seiten aus dem Weg räumen und eine unkomplizierte Möglichkeit schaffen, einander kennenzulernen.“

Am Nachmittag des 2. August waren es dann acht Firmen - Eurofunk Kappacher, xLink, der Verein Viele, die Boulderbar, Manpower, Risottomas und die Salzburg AG, die sich beim Job-Speed-Dating für rund 40 Arbeitssuchende Zeit nahmen. Sie kamen aus zahlreichen Branchen - darunter Computer- und Bautechniker, Automechaniker, Installateure, ein technischer Zeichner, ein Pizzakoch, ein Dekorateur sowie ein Agrarwissenschaftler.

  Wir ließen uns durch Blitz und Donner nicht abschrecken und hatten einen spannenden Nachmittag im Volksgarten. Mit vielen Gesprächen und einigen Türen, die sich öffneten.

Wir ließen uns durch Blitz und Donner nicht abschrecken und hatten einen spannenden Nachmittag im Volksgarten. Mit vielen Gesprächen und einigen Türen, die sich öffneten.

Integration und Speed-Dating – ein Widerspruch?
Ein Speed-Dating läuft per Definition schnell ab. Trotzdem ist die Geschwindigkeit eher mit einem Augenzwinkern zu sehen, meint Wolfgang Tonninger, Coach und Mitgründer von fairMATCHING: „Arbeit ist wichtig für Integration. Wir wissen aber genau, dass Integration nicht auf die Schnelle geschieht. Auch wenn wir beim Job-Speed-Dating Menschen unkompliziert vernetzen, die Basis dafür ist stets gegenseitiger Respekt und Wertschätzung. Wir wollen, dass man sich in einem ersten Schritt hinsetzt und auf Augenhöhe miteinander spricht.“ Genau das ist an diesem Nachmittag im Volksgarten zahlreich geschehen.

Ayham bei Spar und Mouayad in der Boulderbar
Von Wertschätzung und Respekt erzählten die beiden Syrer Muaid Khaled (25) und Ayham Sawas-Najjar (26) bei der Podiumsdiskussion. Seit Muaid in der Boulderbar Salzburg arbeitet, schmiedet er wieder Zukunftspläne. Er möchte sein Studium fortsetzen und an der FH Salzburg inskribieren. Ayham ist seit zwei Jahren hier und macht seit Februar eine verkürzte Lehre zum Einzelhandelskaufmann bei Interspar. Er ist sehr froh über die Lehrstelle, auch wenn er in Syrien bereits einen Beruf erlernt hat. Wer trotz vorhandenem Beruf hier in die Lehre geht, verschwendet keine Zeit, meint Gottfried Lochner vom AMS: „Eine abgeschlossene Lehre ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Man zeigt damit Ausdauer und Durchhaltevermögen. Obendrein erlernt man die notwendigen Fachbegriffe auf Deutsch.“ Die deutsche Sprache war auch für Ayham der Schlüssel zum Erfolg. Besonders vom Österreichischen Integrationsfonds erhielt er dabei viel Unterstützung. B1 Niveau sei das Minimum, so Lochner vom AMS.

  Dass auch der ORF Salzburg wieder mit von der Partie war, freute uns besonders! Dieses Interview mit Manal Afarah hat ein Leben verändert. Zwei Wochen später hatte die Bauingenieurin aus Syrien einen neuen Job!

Dass auch der ORF Salzburg wieder mit von der Partie war, freute uns besonders! Dieses Interview mit Manal Afarah hat ein Leben verändert. Zwei Wochen später hatte die Bauingenieurin aus Syrien einen neuen Job!

Mehr Energie bei der Arbeitssuche durch fairMATCHING
Initiativen wie fairMATCHING ergänzen das AMS Angebot sinnvoll, so Lochner. Man sehe einander nicht als Konkurrenz, im Gegenteil: „Wir können auf Grund der vielen Arbeitssuchenden nicht so viel Zeit aufwenden, wie wir gerne würden. Die Mitarbeiter von fairMATCHING haben da einen Vorteil. Sie nehmen sich die Zeit, um individuell zu unterstützen. fairMATCHING ist wichtig, um mehr Bewegung und Energie in die Sache zu bekommen.“

Dieses Miteinander schätzt auch Landesrätin Martina Berthold: „fairMATCHING ist ein wichtiger Partner und ich sehe es als meine Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen allen Organisationen zu fördern. Integration geht nur, wenn wir zusammenhelfen.“

Helfende Organisationen sind neben fairMATCHING und dem AMS auch der Österreichische Integrationsfond (ÖIF), der Verein Viele und die Biber Bildungsberatung.
Sie standen an den jeweiligen Servicepoints allen Besuchern des Job-Speed-Datings mit Rat und Tat zur Seite. Kulinarisch begleitet wurde der Speed-Integrations-Nachmittag von Humus und Falafel der Syrian Pop-up Kitchen.

Vielen Dank!

Charity goes fairMATCHING

Beim zweiten Anlauf hat es geklappt. Das Charity Dinner, das die wunderbare Ariadna Castorena I Yoga & Ayurveda im Rahmen von arte vida Anfang August veranstaltete, war ein voller Erfolg. Nicht zuletzt, weil diesmal auch das Wetter mitspielte.

  Die Stimmung beim Charity Dinner von arte vida war wie immer vorzüglich.

Die Stimmung beim Charity Dinner von arte vida war wie immer vorzüglich.

Heute war Ariadna da und hat uns den Erlös des Charity Dinners persönlich übergeben. Wir sind baff und sehr dankbar, weil wir nicht nur das Monetäre sehen, sondern vor allem die Geste - dass da Draußen Leute sind, die uns unterstützen. Das gibt Kraft und unendlich viel Energie.

Danke! Für jedes Zeichen!